Geschichte

Geschichtliche Entwicklung der Marktgemeinde Ebenthal in Kärnten

JahrEreignis
  860König Ludwig der Deutsche schenkt dem Salzburger Erzbischof Adalwin umfangreiche Besitzungen, darunter in Kärnten auch einen Hof „ad Gurnitz“.
   984Erste urkundliche Nennung von „Sreliz“, überliefert in einer Kopie aus dem 13. Jh. Schrelz (Ebenthal) wird vor mehr als 1000 Jahren als bestehende Örtlichkeit erstmals urkundlich erwähnt.
 1219Auch wenn der erste Pfarrer erst zu Beginn des 13. Jh. bezeugt wird, dürfte Gurnitz als die vermutlich älteste Martinskirche Kärntens anzusehen sein.
 1231Wulfing von Gurnitz erbaut auf Viktringer Grund widerrechtlich eine Burg. Papst Gregor IX. befiehlt daher, gegen ihn vorzugehen. Nach dieser Burg nennt sich sein Sohn schon seit 1213 Heinrich von Greifenfels. Die eigenmächtige Entfremdung von Gütern schafft die Grundlage der späteren Herrschaft Greifenfels mit eigenem Burgfried. 
 1240/45Bei der in die Karolingerzeit zurückreichenden alten erzbischöflich salzburgischen Martinskirche zu Gurnitz wird knapp vor 1240 eine Propstei unter Salzburger Patronat gegründet.
1265In einem Güterverzeichnis sind u. a. im Dorfe „Schrelz“ (heutiges Ebenthal) 14 Bauerngüter angeführt.
1545Christoph Adler errichtet als Inhaber der Herrschaft Gurnitz den Herrenhof (später „Bräuhaus“, heute Gasthof Felsberger), das stattliche, kubisch geschlossene und hoflose Gebäude mit übereck gestelltem Erker.
 1567am 14. September gestattet Erzherzog Karl von Innerösterreich dem Christoph von Neuhaus, sein „auf grünem Rasen“, also von Grund auf neu erbautes Schloss als „Ebenthal“ benennen zu dürfen. Der Ortsname „Ebenthal“ ist daher eine Erfindung des 16. Jh.
 1567Christoph von Neuhaus verlegt den Sitz der Herrschaft Greifenfels in das neuerbaute Schloss Ebenthal, so dass in der Folge die alte Burg ihre Funktion verliert und verfällt.
 1665Das Schloss Ebenthal (heute im Besitz der Familie Goess) kommt über die Freiherren von Lamberg an die Herren Deutenhofen, von denen es 1665 Johann Ludwig um 18.000 Gulden zurückkauft und in den folgenden zehn Jahren aufstocken, mit Ecktürmen an der Westfassade und mit einem aufwendigen Torbau versehen lässt.
 17. Jh.In Ebenthal besteht eine zu Gurnitz gehörige Filialkirche St. Peter und Paul, die im 17. Jh. schon sehr baufällig ist und um 1770 durch einen Neubau ersetzt wird.
 1792Ebenthal wird zur selbständigen Expositur und im Jahre 1906 zur selbständigen Pfarre erhoben.
 1827Ebenthal hat 40 Häuser und 245 Einwohner. 
 1848/49Mit der Bauernbefreiung enden die jahrhundertelang bestandenen grundherrlichen Abhängigkeiten. An deren Stelle treten die freien politischen Ortsgemeinden. Das ist die Geburtsstunde der eigenständigen Gemeinde! Die vier Katastralgemeinden Ebenthal, Gradnitz, Zell und Gurnitz bilden nun die Ortsgemeinde Ebenthal, deren räumlicher Umfang sich bis zur Gemeindestrukturreform von 1973 nicht verändern sollte.
 1918/1920Der Kärntner Abwehrkampf findet auch auf Ebenthaler Boden statt. Das Gemeindegebiet wird durch die Demarkationslinie durchschnitten.
 1965/1971Durch die Regulierung der Glan werden wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen gewonnen, die gebannte Hochwassergefahr ermöglicht auch eine Ausweitung der Ortschaften und Schaffung neuen Baulandes.
 1973Gemeindezusammenlegung: Die ehemalige Ortsgemeinde Radsberg, ein großer Teiles der ehemaligen Ortsgemeinde Mieger sowie kleinerer Teile der Stadtgemeinde Klagenfurt und der Gemeinden Maria Rain und Grafenstein lassen Ebenthal auf eine beachtliche Fläche von rund 55 km² anwachsen.
 ab 1973Die Stadtrandlage und vor allem die komplette Infrastruktur (Wasserversorgung, Kanalisation, Schulen, Kindergärten etc.) begünstigt den Zuzug vieler nach Klagenfurt „auspendelnder“ Zuwanderer. Ebenthal wird zu einer beliebten „Wohnsitzgemeinde“.
 ab 1990Etablierung der weiterhin ständig wachsenden „Gewerbezone“ südlich von Niederdorf, wodurch Ebenthal zu einem bedeutenden Kärntner Wirtschaftsstandort aufsteigt.
 1997Neuerrichtung bzw. Ausbau von vier modernen Einkaufsmärkten in Ebenthal, Gradnitz, Niederdorf und Zell zur Sicherung der Nahversorgung.
 1998Erhebung der Ortsgemeinde zur „Marktgemeinde“ und Änderung des Gemeindenamens in „Ebenthal in Kärnten“.
  2001ÖBB Linie wird zweigleisig ausgebaut. Die Marktgemeinde setzt die Errichtung der Ortsumfahrungen von Gradnitz und Niederdorf durch.
2003Verkehrskonzept für gesamtes Gemeindegebiet soll eine zukunftsgerechte Verkehrsflächenplanung sicherstellen.
 2004Generalsanierung der Volkschule Ebenthal. Turnsaaleröffnung bei der Volksschule Zell/Gurnitz.
 2005Fertigstellung des Zubaus beim Gemeindeverwaltungsgebäude samt Wirtschaftshof.
 2006Erweiterung der Gewerbezone West. Um- und Zubau Rüsthaus der FF-Mieger. 
Der Kampf gegen das GDK Klagenfurt beginnt.
 2007Das Ortszentrum Ebenthal wird feierlich eröffnet.
 2008Ausbau des Radwegenetzes in der Marktgemeinde. Turnsaaleröffnung bei der Volksschule Ebenthal.
 2009Eröffnung der Freizeitanlage in Niederdorf.
2012GDK Klagenfurt: Berufungsentscheidung durch den Umweltsenat, Antrag der KEG wurde abgewiesen.