Ruinen

Bronzezeitliche Wallanlage bei Gurnitz

Südwestlich von Gurnitz blieben nur mehr schwer erkennbare Reste einer vermutlich bis in die Bronzezeit zurückreichenden Wallanlage erhalten, die auf eine frühe Siedlungstätigkeit im diesem Raum schließen lässt.

Am nördlichen Sattnitzabhang, auf einer isoliert gelegenen bewaldeten Erhebung, sind diese baulichen Reste auf einem Plateau im Ausmaß von etwa 40 x 60 Metern zu finden. Die bis zu einem Meter hohen und vier Meter breiten Erdwälle umschließen eine rechteckige, rund 37 x 15 Meter umfassende ebene Fläche.

Im Norden und Westen schützen die Anlage natürliche Sperren: ein rund 50 Meter in die Tiefe fallender Steilabhang im Norden und ein rund 10 Meter tiefer Steilhang im Westen. Einzige Anhaltspunkte für eine Datierung der bronzezeitlichen Funde wurden bei einer Versuchsgrabung durch O. Menghin im Jahre 1927 gefunden.


Burgruine Gurnitz

Auch die Reste der Burgruine zu Gurnitz sind ebenfalls nur mehr schwach erkennbar. Die Anfänge dieser Burg sind weitgehend ungeklärt. 1142 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt.

Die Burg Gurnitz war eine sehr einfach konstruierte Anlage in annähernd dreieckiger Form. Sie bestand nur aus einem großen rechteckigen Wohngebäude und einem Burghof und gilt daher als typisches Beispiel einer Hausburg.


Greifenfels

Weit geräumiger als die alte Burg war Greifenfels angelegt. Bekannt ist, dass Wulfin (oder auch Wulfing) von Gurnitz diese Burg, "die man die neue nennt", widerrechtlich auf Viktringer Grund und Boden erbaute. Diese Burganlage wies im Unterschied zur ”Stammburg" einen Burgfried auf. Über die Greifenfelser, Aufensteiner, die Schenken von Osterwitz und die Hannauer kam die ”veste" 1404 beziehungsweise 1408 an die Herren von Neuhaus, die jedoch mit der Fertigstellung ihres neuen Schlosses, das in der Folge den Namen ”Ebenthal" bekam, diese Burg verließen und aufgaben.

Diese Burg erstreckte sich in Form eines flachen Kreissegmentes mit mehr als 50 Meter Breite auf einem Plateau am Nordabhang des Sattnitzzuges. Langgestreckte Wohngebäude umschlossen im Osten einen kleinen Burghof, während die Westseite aus einem spitz zusammenlaufenden Hof bestand. Eine exakte Rekonstruktion ist aufgrund des praktisch restlosen Verfalls nicht mehr möglich.


Die Ruine Rottenstein

Abseits des Gemeindezentrums blieben in den steilen Konglomeratfelsen oberhalb von Rottenstein in großer Höhe und nur schwer erreichbar kümmerliche Reste einer Höhenburg erhalten: die Grundmauern von drei der mehrgeschossig aus dem Felsen herausgearbeiteten Räume sind noch erkennbar, während die Stirnwände verschwunden sind. Obwohl Funde in der Umgebung einen älteren Ursprung vermuten lassen, ist die Anlage hochmittelalterlich. Zuerst salzburgisch, kam die 1142 geschichtlich erwähnte Burg auf Umwegen an den Patriarchen von Aquileja und 1212 durch einen Tauschvertrag wieder an das Erzbistum, das die Burg hierauf als Lehen, zuletzt 1773 - damals freilich längst verfallen - vergab.